Aktuelles

Öffnungszeiten DEZEMBER 2022

Samstag 10.12. v. 11-18 Uhr
Samstag 17.12. v. 11-18 Uhr
Montag 19.12. v. 15-19 Uhr
Mittwoch 21.12. v. 15-20 Uhr
Donnerstag 22.12. v. 15-20 Uhr
Freitag 23.12 v. 15-20 Uhr
Samstag 24.12. v. 11-14 Uhr
Dienstag 27.12. v. 14-20 Uhr
Mittwoch 28.12. v. 14-20 Uhr
Donnerstag 29.12. v. 14-20 Uhr,
Freitag 30.12. v. 13-20 Uhr,
SILVESTER v. 12-19 Uhr

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Aktuelles aus der Presse:

Extra Brut und Dosage Zéro

MEINUNG eines WEIN/CHAMPAGNER-PROFIS über den aktuellen „TREND“ bei Champagner.

Von Prof.Dr.Viktor Siegl*

In jüngster Zeit kann man auf den Etiketten von Champagnerflaschen des öfteren Bezeichnungen wie Extra Brut, Brut Nature oder Dosage Zéro finden. Was hat es eigentlich damit auf sich, und muss man als Konsument befürchten, in diesen Fällen brettharten oder sehr säurereichen Tropfen zu begegnen? Nun, zunächst besagt die Bezeichnung Extra Brut lediglich, dass der Champagne einen Restzuckergehalt zwischen 0 und 6 Gramm aufweist, während Begriffe wie Brut Nature, Dosage Zéro oder Pas Dosé darauf hinweisen, dass dem Wein keine sogenannte Versanddosage hinzugefügt wurde und dass sein Restzuckergehalt unter 3 Gramm liegt. Diese Versanddosage, auf französisch liqueur d’expédition, besteht aus Rohrzucker, der im Wein aufgelöst wird, wobei sich der Zuckeranteil nach dem gewünschten Weintyp richtet. Mit dieser Dosage wird die beim Degorgieren verloren gegangene Weinmenge durch eben diese Zucker-Wein-Lösung ersetzt. Manchmal liegt es auch im Bestreben des Weingutes, die Stilistik des Champagne durch die Aromen der Versanddosage zu beeinflussen; in diesem Fall muss es eben einen entsprechenden Reservewein bereit halten, der bis zu seinem Einsatz in großen Holzfässern oder Tanks, bei Bollinger sogar in Magnumflaschen aufbewahrt wird.

Aber damit zurück zur Kernfrage, was einem eigentlich bei der Verkostung dieses Weintyps erwartet. Keine Sorge, die Furcht, einem besonders spröden oder sauren Gewächs zu begegnen, ist grundsätzlich unbegründet. Zwar ist ein gewisser Säuregehalt bei allen Schaumweinen durchaus erwünscht, während der Alkoholgehalt eher gering sein sollte, weil er sich ja aufgrund der zweiten Gärung ohnehin erhöht. Dennoch sind die Weingüter der Champagne erfolgreich bemüht, eine gewisse Traubenreife zu erreichen, wobei sie der unleugbare Klimawandel bestens unterstützt, um allzu karge oder zitronige Tropfen zu vermeiden. Dies wird durch gewissenhafte Arbeit in den Weingärten, vor allem eine gewisse Ertragsbeschränkung und sinnvolles Laubmanagement erreicht; wichtig sind auch eine gute Belüftung der Traubenzone und ähnliche Maßnahmen, um ein Auftreten der gefürchteten Botrytis und anderer Fäulnis möglichst zu verhindern.

All diese Arbeitsschritte haben wesentlich dazu beigetragen, die Grundqualität entscheidend anzuheben. Wenn aber die entsprechende Reife und Balance der Inhaltsstoffe von vornherein gegeben sind, kann man sich umso eher entschließen, die Zuckerzugabe gering zu halten oder auf sie ganz zu verzichten. Viele der führenden Betriebe haben sich daher dafür entschieden, für ihre Premiumprodukte auf die Ausbauvarianten Extra Brut oder sogar Brut Nature zu setzen. Sie befinden es eben nicht mehr notwendig, ihre Topweine mittels Zuckerrest oder Dosage zu „behübschen“. Waren vor zwanzig, dreißig Jahren noch wenige, ungeschminkte Champagne am Markt, von denen der eine oder andere vielleicht wirklich zu hart oder karg ausgefallen ist, so ist das Angebot an derartigen Gewächsen mittlerweile nahezu unüberschaubar geworden. Während die Basisqualitäten, also die Standardkategorie der Champagner, zumeist mit einem Restzuckergehalt von 7 bis 9 Gramm ausgestattet sind, setzen viele Champagneproduzenten oder Handelshäuser für ihre Premiumprodukte heutzutage auf ein trockeneres Feeling. Apropos trocken: ab wann kann man die Süße bei einem Wein überhaupt schmecken? Ein geübter Weinliebhaber wird einen Zuckergehalt in der Regel ab etwa 5 Gramm wahrnehmen, der freilich keineswegs als störend empfunden werden muss, Experten sind diesbezüglich ab etwa 3 Gramm sensibilisiert. Allerdings sind derartige Grenzwerte wohl fließend und werden individuell auch verschieden wahrgenommen, wobei die Kohlensäure von Schaumweinen den Zucker im allgemeinen besser eingliedert, als dies bei Stillweinen der Fall ist. Das Resümée lautet also ganz klar: keine Angst vor zu forschen Geschmackseindrücken bei Extra Brut und Brut Nature; auf deren Genuss zu verzichten, hieße nämlich, viele der allerbesten Champagne von vornherein auszuschließen.

*Prof.Siegl ist Gründungsmitglied und Chefverkoster der Zeitschrift VINARIA.Verfasser zahlreicher Fachbücher und Puplikationen zum Thema Wein und Weinkultur.

Der Standard

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Freizeit Kurier Magazin 1512
Vinaria Nr. 07/2018